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Wann kann das Kind schwimmen?

Insgesamt haben laut einer Umfrage des DLRG zur Schwimmfähigkeit der Bevölkerung nur 61 Prozent der Schülerinnen und Schüler bis zum 8. Lebensjahr schwimmen gelernt. "Das bedeutet eine große Lücke in der Kindersicherheit", kommentiert Dr. Rehn.

Grund dafür ist einerseits die inflationäre Bäderschließung und die Umwandlung vieler Schwimmbäder in Spaß- und Erlebnisbäder. Andererseits ist der späte Schwimmunterricht, der erst in der dritten Grundschulklasse stattfindet, schuld an der hohen Nichtschwimmerzahl unter Kindern. Am liebsten wäre es dem Experten, wenn schon Kindergärten mit dem Schwimmtraining beginnen würden. Schließlich kann ein Kind schon ab 5 Jahren schwimmen lernen. Stattdessen sind die Bundesländer bereits gespalten, wenn es um die Vorverlegung von der dritten in die erste Klasse geht - aus Kostengründen.

Schwierig ist laut Dr. Rehn die objektive Beurteilung der Schwimmfähigkeit. Die einzige Orientierungshilfe zur Schwimmsicherheit ist ein anerkanntes Abzeichen.

Umfragen, in denen Personen über ihre Schwimmfähigkeit befragt werden, ergeben aber deutlich mehr sehr gute Schwimmer als die Zahl der gemachten Schwimmabzeichen. Aus der Gegenüberstellung der Fakten ergibt sich eine Grauzone von 43 Prozent. Das lässt die Annahme zu, dass weniger Personen als bisher vermutet sichere Schwimmer sind.

Das sogenannte Seepferdchen wurde vom DLRG abgestuft, um zu vermeiden, dass Eltern denken, ihr Kind könnte sicher schwimmen. Laut Dr. Rehn befähigt erst das Schwimmabzeichen "Bronze" Kinder zum sicheren Schwimmen.

Hier gibt es mehr Infos zu Schwimm- und Wassergewöhnungskurse sowie anerkannten Schwimmabzeichen:

Projekt "Schwimmfix" in Heidelberg
Das Institut für Sportwissenschaft an der Universität Heidelberg startete zum Schuljahr 2007/2008 das regional begrenzte Schwimmfix-Projekt, damit alle Grundschulkinder schwimmen lernen. Gründe hierfür gibt es laut Janina Vitt vom Sportinstitut der Uni Heidelberg gleich mehrere: An aller erster Stelle steht natürlich der Sicherheitsaspekt. Gleich darauf folgen der gesundheitliche und der emotionale Aspekt. Schwimmen gehört zu den unverzichtbaren Bestandteilen der motorischen Entwicklung, verbrennt Pfunde und vermittelt Wohlbefinden. Derzeit wird das Projekt im Raum Heidelberg durch die Stadt Heidelberg gefördert, aber vielleicht nehmen sich auch andere Bundesländer an diesem Projekt ein Beispiel.

Weitere Informationen zum Projekt "Schwimmfix"

 

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