VERLETZUNGEN
Verletzungen
Die meisten Verletzungen sind harmlos, aber oft ist es schwierig, dies zu erkennen. Dieser Abschnitt gibt Ihnen einen Überblick über sämtliche Verletzungsarten und wie auf sie zu reagieren ist.
Die Folgeverletzungen nach Stürzen sind vielfältig:
Kopfverletzung
Eine Gehirnverletzung ist die ernsthafteste Folge eines Sturzes oder Schlages auf den Kopf. Eine zusätzlich knöcherne Verletzung des Schädels ist im Vergleich mit der Bedeutung einer Gehirnverletzung zweitrangig.
Meist handelt es sich nach einem Sturz nur um eine Gehirnerschütterung, ist ein Kind aber nach einem Sturz längere Zeit bewusstlos, wirkt es wesensverändert und verhält sich anders als sonst oder hört es womöglich sogar auf zu atmen, liegt höchstwahrscheinlich eine schwerwiegendere Gehirnverletzung vor.
Erste Maßnahmen
- Bei Herz- und Atemstillstand sofort mit Mund-zu-Nase-Beatmung und Herzmassage beginnen und den Notarzt verständigen (Notruf 112).
- Das Kind flach auf den Boden legen.
- Bei Bewusstlosigkeit auf die Uhr sehen und die genaue Zeitdauer der Bewusstseinsstörung bestimmen.
- Bei wachem Kind Bewusstseinslage mit einfachen, altersgemäßen Fragen prüfen: "Wer bin ich?" "Wie viele Finger sind das?" Das Kind bei der Antwort genau beobachten. Reagiert es so wie immer oder ungewöhnlich?
- Dem Kind in die Augen sehen. Sind beide Pupillen gleich groß?
- Beruhigend mit dem Kind sprechen und es nicht einschlafen lassen.
- Bei Erbrechen die Atemwege freihalten.
- Zum nächsten Kinderarzt oder ins Krankenhaus fahren oder Notruf 112 anrufen.
- Ist das Kind schläfrig und dämmert vor sich hin, keinesfalls selbst den Transport vornehmen, sondern immer den Notruf 112 anrufen.
Prellung, Bluterguss
Als Prellung wird eine heftige Gewebeerschütterung durch eine stumpfe Gewalt bezeichnet. Äußerlich sichtbar ist eine Schwellung. Das Kind klagt über Schmerzen im betroffenen Areal. Ein Bluterguss ist eine Einblutung ins Gewebe, die durch die Verletzung von Blutgefäßen entsteht. Äußerlich sichtbar ist eine rötlich-blau-violette Verfärbung und Schwellung der betroffen Stelle. Prellung und Bluterguss können auch miteinander kombiniert auftreten.
Verstauchung (Distorsion)
Unter einer Verstauchung versteht man eine Zerrung der Gelenkkapselbänder als Folge einer Überdehnung des Bandapparats, durch z.B. "Umknicken" mit dem Fuß. Äußerlich sichtbar ist eine rasch zunehmende Schwellung im Bereich des Gelenks. Das Kind kann das Gelenk nur unter starken Schmerzen bewegen, oft findet sich ein Bluterguss an der Verletzungsstelle.
Knochenbruch (Fraktur)
Knochenbrüche sind Verletzungen, bei denen die Kontinuität des Knochens unterbrochen ist. Einige Knochenbrüche lassen sich durch einfaches Hinsehen sicher feststellen, z.B. die Brüche, bei denen der Knochen durch die Haut spießt (offene Brüche). Weitaus häufiger ist der Knochen zwar gebrochen, aber die Bruch-Enden haben sich nicht gegeneinander verschoben. Dann lässt sich äußerlich ein Bruch nicht feststellen. Kinder sind außerdem häufig in der Lage, trotz des gebrochenen Knochens Arm oder Bein zu bewegen.
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Prellung, Bluterguss, Verstauchung und Knochenbruch können nur vom Arzt sicher voneinander abgegrenzt werden.
Erste Maßnahmen
- Ruhe bewahren und das Kind beruhigen.
- Vorsichtig beengende Kleidungsstücke (Schuhe, Strümpfe) oder Ringe von den verletzten Gliedmaßen entfernen. Durch eine zunehmende Schwellung kann das Ausziehen später schmerzhaft oder unmöglich werden.
- Die Verletzung genau betrachten: Bestehen verdächtige Deformierungen, Schwellungen oder sogar eine offene Wunde?
- Offene Wunden verbinden oder abdecken.
- Bei deutlich sichtbarer Fehlstellung an Arm oder Bein: Hand oder Fuß auf der betroffenen Seite vorsichtig anfassen und prüfen, ob sie warm sind. Sind sie es nicht: Notruf 112 anrufen.
- Liegt keine deutlich sichtbare Fehlstellung vor: Kalte feuchte Wickel anlegen oder die verletzte Stelle mit einem in ein Tuch eingeschlagenes Kühlkissen kühlen.
- Unnötige Bewegungen der verletzten Extremität vermeiden.
- Bei starken Schmerzen einen stützenden Verband anlegen (z.B. Dreieckstuch bei Verletzung am Arm).
- Geben Sie dem Kind nichts zu essen oder zu trinken!
- Zum nächsten Kinderarzt oder ins Krankenhaus fahren oder Notruf 112 anrufen.