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Tödliche Erziehungslücke

Die unzureichende Vorbereitung auf das Verhalten im und am Wasser und die mangelhafte Überwachung durch Aufsichtspersonen führen dazu, dass Ertrinken eine Hauptursache von Todesfällen bei Kindern in Deutschland ist. Eine Untersuchung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Schwimmunfällen belegt, dass Alkohol eine große Rolle bei Aufsichtsfehlern der Fürsorgepflichtigen spielt. Eine häufige Folge von Bade- und Tauchunfällen sind schwere Rückenverletzungen und Behinderungen. Dabei können auch Gartenteich oder Poolzum Verhängnis werden.

"Eltern sollten Ihre Kinder so früh wie möglich an Wasser gewöhnen", sagt Dr. Harald Rehn, Referatsleiter Ausbildung, Bildungswerk Breitensport der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft e.V. (DLRG). "Am besten ist es, einen ganz natürlichen Umgang mit dem Wasser zu pflegen. Im Sommer sollten die Eltern mit dem Kind schwimmen gehen, im flachen Wasser planschen und gemeinsam spielen", erläutert der Experte. Er rät dazu, ab dem 5. Lebensjahr mit Koordinations- und Wassergewöhnungsübungen zu beginnen. "Im Vorschulalter", erklärt Frau Janina Vitt vom Institut für Sportwissenschaft an der Uni Heidelberg, "können Kinder die komplexen Bewegungsabläufe wie zum Beispiel das Brustschwimmen gar nicht koordinieren. Aus diesem Grund werden Vorschulkindern zunächst Kombitechniken (Anmerk. der Redaktion: Schweben und gleiten, paddeln) beigebracht."

Dr. Rehn empfiehlt ausdrücklich Babyschwimmen, das Säuglinge sanft an das Element Wasser gewöhnt. Laut Dr. Ulrich Fegeler , dem Sprecher des Bundesverbandes der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), ist es dabei vor allem wichtig, dass der Spaß im Vordergrund steht, damit den Kleinsten nicht die Freude am Wasser verdorben wird. Ernsthafte gesundheitliche Risiken sieht Dr. Fegeler dabei keine: "Bakterien werden im gechlorten Wasser abgetötet, und wer sein Baby nach dem Schwimmen duscht, hat Chlor nicht zu fürchten.

Sportlich aktive Eltern - sichere Kinder
"Kinder unsportlicher Eltern haben ein erhöhtes Sicherheitsrisiko", so Dr. Ulrich Fegeler. "Eltern, die ihren Kindern anschaulich vermitteln, dass Bewegung im Wasser Spaß macht, motivieren ihre Kinder, schwimmen zu lernen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit ihrer Kinder."

Schwimmkurs rechzeitig vor dem Urlaub planen!
"Wer sein Kind nicht im Babyalter ans Wasser gewöhnt hat, sollte mindestens sechs Monate vor einem Urlaub am Wasser einen Schwimmkurs buchen", sagt Dr. Rehn. "Wir erleben immer wieder, dass Eltern, die sechs Wochen vor der Reise das Kind zum Schwimmkurs bringen, enttäuscht sind, dass ihr Kind Angst vor dem Wasser hat und nicht so schnell schwimmen lernt, wie die Eltern sich das wünschen.

Ein voller Bauch schwimmt nicht gern. Wahr oder unwahr?
Der US-Sportarzt Arthur Steinhaus hat schon 1961 in seiner empirischen Untersuchung "Evidence and Opinions Related to Swimming After Meals" in Interviews mit Sport- und Hobbyschwimmern herausgefunden, dass keiner der Befragten trotz Essen vor dem Schwimmen je einen Magenkrampf erlebt hatte.
Allerdings benötigt der Verdauungstrakt nach dem Essen eine Menge Blut und die Durchblutung des restlichen Körpers und des Gehirns verschlechtern sich. Aus diesem Grund rät nicht nur das amerikanische Rote Kreuz "gesunden Menschenverstand" zu benutzen, wenn es darum geht nach dem Essen erst die Verdauung in Gang kommen zu lassen, bevor der Körper wieder zu Höchstleistungen angespornt wird.


... Springen und Tauchen die Ursache für 70 Prozent aller schweren Rückenverletzungen sind, die sich Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren im Freizeitbereich zuziehen? Als sichere Tiefe für Sprünge vom Wasserrand empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1,80 m.


Kindern beim Bootfahren, Angeln, Segeln oder Paddeln unbedingt eine Schwimmweste anziehen. Aber auch Jugendliche sollten sich noch mit einer Schwimmweste gegen Unfälle schützen.

WICHTIGE REGELN
Bringen Sie Ihren Kindern diese Regeln bei:

  • Nie alleine Schwimmen!
  • Nie in unbekannte Gewässer gehen!
  • Nur mit den Füßen zuerst ins Wasser springen! Keine Kopfsprünge in unbekannte Gewässer!
  • Nie jemanden unters Wasser drücken, schubsen oder anhängen!
  • Wissen, wie Hilfe zu erreichen ist!
  • Schwimmflügel sind gut zur Unterstützung beim Schwimmen lernen, aber sie sind kein Sicherheitsschutz.
  • Im Notfall mit dem Handy die 112 anrufen
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