FRÜHLING

Gefährlicher Frühjahrsputz!

Frühling. Schon die ersten Sonnenstrahlen wecken in vielen Menschen das Bedürfnis nach Frische und Sauberkeit im eigenen Heim. Der Frühjahrsputz steht an und ein ansonsten kindersicheres Zuhause wird plötzlich zur Gefahr.

Beim Frühjahrsputz bleiben duftende Putzmittel offen herumstehen, Einkaufstüten mit verlockend bunten Flaschen liegen auf dem Fußboden und bunte, bonbonartige Tabs laden zum Probieren ein. Für Kleinkinder ein gefährliches Gesundheitsrisiko. Auch offen stehende Fenster, aufgestellte Leitern oder Stühle am Fenster sind für neugierige Kleinkinder tödliche Spielzeuge. Eltern müssen alle erdenklichen Schutzmaßnahmen ergreifen, um die Wohnung beim Frühjahrsputz gefahrensicher zu machen. Zumindest bis ihre Kinder alt genug sind, Erklärungen und Warnungen sicher zu befolgen.

Frau Dr. Carola Seidel von der Informationszentrale gegen Vergiftungen (Zentrum für Kinderheilkunde des Universitätsklinikums Bonn) erläutert: "Auch wenn Allzweckreiniger keine tödliche Vergiftung herbeiführen, verursacht das Schlucken des Reinigers Übelkeit, Erbrechen und Durchfall." Beim Einatmen von Schaum können jedoch auch Allzweckreiniger gefährlich werden. Allerdings müsste das Kind schon seinen gesamten Kopf in den Schaum stecken und tief einatmen, so Frau Seidel. Sie empfiehlt, in jedem Fall die Vergiftungszentrale anzurufen und die Symptome des Kindes zu schildern, um individuell handeln zu können.

"Gefährlich sind besonders Rohr- und Backofenreiniger", sagt Frau Dr. Seidel. "Diese Produkte können zum Teil ätzende Substanzen mit sehr starker Wirkung enthalten, die z.B. die Rohre frei ätzen. Das Gleiche passiert im Falle des Schluckens mit den Magen- und Speiseröhrenschleimhäuten des Kindes", erklärt die Vergiftungsexpertin. Einmal Schlucken oder Lecken am Produkt reicht für eine lebensgefährliche Verätzung.

Bei Augen- und Hautkontakt durch ätzende Säuren und Laugen müssen die Kleider entfernt und die betroffene Stelle mindestens 15 Minuten mit fließendem Wasser gespült werden. Die Augen sind dabei offen zu halten.

Thema Bitterstoffe: Auch wenn es nicht schmeckt, ist Runterschlucken der erste Impuls der Kinder von bis zu drei Jahren. Der beste Schutz für Kinder ist also: Keine Putzmittel in der Reichweite von Kindern aufheben.


Dr. Konrad Giersdorf leitete den Produkttest "Kraftreiniger" bei der Stiftung Warentest und fand heraus, dass es auch ohne Powerreiniger geht. Allerdings müssen die Allzweckreiniger dann länger wirken und es muss häufiger darüber gewischt werden. In der Rubrik "Zu Hause" unter Reinigungsmittel können Sie mehr darüber lesen.


Langfristig fördert der häufige Gebrauch von Haushaltschemikalien bei Vorschulkindern keuchenden Atem. Hintergrund: Eine Arbeitsgruppe aus der Abteilung Kinderheilkunde der Universität Bristol in Großbritannien hat in einer epidemiologischen Studie nachgewiesen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem häufigen Anwenden von Haushaltschemikalien verschiedenster Art und dem Auftreten von anhaltend keuchendem Atmen bei Kindern bis dreieinhalb Jahre gibt (Sheriff et al, 2005). Eine Zusammenfassung der Studie lesen Sie in der Rubrik "Zu Hause" unter Reinigungsmittel.

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