Die Sprache der Tiere
Kinder, die nicht mit Tieren aufwachsen, können meistens nicht erkennen, ob sich ein Tier bedroht fühlt und beißt oder kratzt. Sie verstehen die Körpersprache der Tiere nicht und reagieren daher oft falsch. „Hinzu kommt auch, dass Erwachsene, denen der natürliche Umgang mit Tieren verloren gegangen ist, ihre Unsicherheit auf ihre Kinder übertragen, was wiederum zu schmerzhaften Missverständnissen zwischen Kind und Tier führen kann“, sagt Tierärztin Dr. Elisabeth Nolde.
Sehr kleine Kinder gehen oft automatisch vorsichtig mit Welpen um, d.h. sie kennen einen gewissen Welpenschutz, auf den aber laut Dr. Elisabeth Nolte nicht immer hundertprozentig Verlass ist. Spätestens in der Schule, so die Tierärztin, müssten Kinder von Fachleuten die Deutung der Körpersprache ihres Haustieres lernen. Zwar lernen einige Tiere im Welpenalter, dass ein gewisses Verhalten der Menschen keine Bedrohung darstellt. Im Zweifelsfall aber beißen alle Tiere, wenn sie in die Enge getrieben werden. Daher ist es für Kinder besonders wichtig, die Sprache der Tiere zu lernen, um Missverständnissen vorzubeugen.
Auch Tiere vor allem in TV-Serien und Kinofilmen, die dort verniedlicht, vermenschlicht und sehr klischeehaft dargestellt werden, geben Kindern ein falsches Bild von ihrem gewünschten Haustier. Kinder ziehen aus diesen Bildern oft die falschen Schlüsse und ziehen Hunden Puppenkleider an, wundern sich, dass ihr Meerschweinchen nicht mit ihnen sprechen kann und wünschen sich plötzlich eine Ratte als Haustier, die kochen kann. Eltern sollten nach dem Kinobesuch oder beim Fernsehen vor allem die jüngeren Kinder darauf hinweisen, was real ist und was nicht.
Generell gilt: Achtung fremde Tiere! Auf fremde Tiere sollte grundsätzlich nicht zugegangen werde. Erst mit dem Besitzer sprechen und Verhaltensregeln erfragen. Freilaufende Tiere sollten nicht beachtet werden. Lieber ruhig verhalten.
TIPP: Das perfekte Haustier ist laut Frau Dr. Nolde das Meerschweinchen. Es ist klug, kuschelig, unterhaltsam, braucht keinen großen Auslauf und wenn es wie empfohlen zu zweit gehalten wird, kann es auch einmal zwei Tage ohne Menschen auskommen.
